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Mangrovengürtel

20180506 - 00° 28.57’ S 46° 53.66’ W - M147

Ein kräftiger Schauer „überholt“ die Meteor - dieser brachte 7 l/qm Regen in einer halben Stunde.
Ein kräftiger Schauer „überholt“ die Meteor - dieser brachte 7 l/qm Regen in einer halben Stunde.

Nach unserer Abfahrt von der Reede vor Belém letzten Sonntag ging es gleich richtig los mit der Forscherei. Schon am frühen Montagmorgen wurden die ersten Stationen gefahren. Zuerst vom Rio Pará ausgehend auf das offene Meer, später in der eigentlichen Mündung des Amazonas etwas weiter nördlich. Dabei mussten wir stundenlang anhaltende Regenschauer ertragen. Im Laufe des Mittwochs fielen immerhin rund 80 l/qm Regen über der Meteor! Das ist nur unbedeutend weniger als in den regenreichsten Orten in Deutschland im gesamten April zusammenkam. Doch nach und nach arbeiteten wir uns weiter in Richtung Nordosten vor, die ITC mit ihren Schauern und Gewittern lag bald weit hinter uns. Das Leben und Arbeiten auf der Meteor wurde wieder angenehmer. Zwar war es bei 04°N etwas windiger und die höhere Dünung verursachte bei einigen Übelkeit, aber man konnte sich wieder draussen aufhalten und die warmen Temperaturen genießen.

Der Multicorer kommt an Bord - weit draussen auf dem Atlantik schimmert das Wasser noch in sattem Blau.
Der Multicorer kommt an Bord - weit draussen auf dem Atlantik schimmert das Wasser noch in sattem Blau.

Dann wurde neu geplant. Die Mangrovenwälder südöstlich der Amazonasmündung sollten Forschungsschwerpunkt für die nächsten Tage werden. Also wieder zurück durch die ITC und es kam wie es kommen musste: Regenschauer überall. Doch diesmal waren wir recht schnell durch und bis auf einen kräftigen Schauer gestern mittag blieb es am Wochenende trocken und heute schien sogar fast den gesamten Tag die Sonne.

Fischer in der Amazonasmündung - braunes Wasser soweit das Auge reicht.
Fischer in der Amazonasmündung - braunes Wasser soweit das Auge reicht.

Mangrovenwälder beherrschen einen Großteil der Amazonasmündung. Dabei schützen sie die Ufer vor Erosion und fangen starke Stürme ab. Die Mangroven sind Gezeitenwälder, Bäume und Sträucher der verschiedensten Pflanzenfamilien wachsen und gedeihen in salzigem Brack- oder Meerwasser. Das grünlich gefärbte Wasser, hervorgerufen durch eine hohe Konzentration von Phytoplankton, zeugt von hoher Bioproduktivität in dieser Küstenregion. In einem etwa 120 Seemeilen langen Streifen entlang der Küste soll nun der Eintrag von gelöstem organischen Kohlenstoff in den Ozean untersucht werden. Bedauerlicherweise sehen wir den Mangrovengürtel selbst nur aus großer Entfernung. Aber immerhin kommt eine neue Farbe ins Spiel - nach tiefblau auf dem Atlantik und milchig braun im Rio Pará und der Amazonasmündung schimmert das Wasser nun in einem intensiven Grün…

 

CR

Schauer vor der Küste des Mangrovengürtels - das Wasser schimmert grün, ein Hinweis auf hohe Bioproduktivität.
Schauer vor der Küste des Mangrovengürtels - das Wasser schimmert grün, ein Hinweis auf hohe Bioproduktivität.