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R/V James Clark Ross - Treffen am Rande der Antarktis

20180308 - 63° 42.000’ S 56° 36.600 W - PS111

Das britische R/V James Clark Ross.
Das britische R/V James Clark Ross.

Seit unserer Abfahrt vom „Eishafen“ bei Halley sind wir in einem riesigen Bogen durch die mittlerweile in weiten Teilen zugefrorene Weddellsee gefahren. Zum Ronne-Schelf im Süden könnte man jetzt nicht mehr gelangen. Die Eiskarten zeigen eine geschlossene Eisdecke im Südwesten des Weddellmeeres bis hinauf zum nördlichen Ende der Antarktischen Halbinsel. Die Saison ist vorbei, es wird Winter. Auch wir befinden uns im Prinzip auf dem Heimweg - nur ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen, so dass wir nicht auf direktem Weg nach Punta Arenas fahren. Bevor wir das Weddellmeer durch den Antarctic Sound verlassen haben, trafen wir auf zwei andere Forschungsschiffe, die amerikanische Laurence M. Gould und die britische James Clark Ross.

Logo am Schornstein der James Clark Ross.
Logo am Schornstein der James Clark Ross.

Die Amerikaner sahen wir nur aus der Ferne, die Briten dagegen konnten wir aus nächster Nähe betrachten, mitten im „Erebus and Terror Gulf“.  Erebus und Terror waren die Namen der beiden Schiffe des englischen Forschers und Seefahrers James Clark Ross. Am Rande des Golfes gibt es außerdem die James-Ross-Isle. Also alles in allem eine passende Gegend für ein Treffen mit dem R/V James Clark Ross, auf welchem zur Zeit auch einige Wissenschaftler des AWI arbeiten. Das Schiff ist ein wenig kleiner als die Polarstern, etwa so groß wie die Meteor. Wie die Meteor fährt auch sie dieselelektrisch, nutzt also für den Antrieb Elektromotoren, die von Dieselmotoren mit Strom versorgt werden. Im Unterschied zur Meteor kann sich die James Clark Ross aber durch bis zu ein Meter dickes Eis bewegen. Ihr Rumpf ist „eisverstärkt“, was sie aber noch nicht zu einem richtigen Eisbrecher macht.

Das amerikanische Forschungsschiff Laurence M. Gould.
Das amerikanische Forschungsschiff Laurence M. Gould.

Nach diesem kurzen Treffen verließen wir die Weddellsee durch den „Antarctic Sound“ im äußersten Norden der Antarktischen Halbinsel. Noch einmal müssen wir uns durch meterdickes, altes Eis kämpfen, doch schon bald ist der Weg frei. Schon am Abend fuhren wir durch offenes Wasser unserem nächsten Ziel entgegen: Deception Island.

 

CR

Rosamel Island am Übergang des Weddellmeeres zum Antarctic Sound.
Rosamel Island am Übergang des Weddellmeeres zum Antarctic Sound.
Nächtliche Eisfahrt im nördlichen Weddellmeer - ein gewohntes Bild in den letzten Wochen.
Nächtliche Eisfahrt im nördlichen Weddellmeer - ein gewohntes Bild in den letzten Wochen.