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Sinkstofffallen-Arrays

20170614 - S 13° 25.926’ W 76° 33.813’ - M138

Fischer bringen die Auftriebskörper der Sedimentfalle zurück zur Meteor.
Fischer bringen die Auftriebskörper der Sedimentfalle zurück zur Meteor.

Gestern nachmittag hatten wir Besuch auf hoher See! Ein Fischerboot nahm zielstrebig Kurs auf die Meteor und lies sich auch durch unser Schiffshorn nicht davon abbringen. Heutzutage muss man ja vorsichtig sein. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde ein Schiff auf der Reede vor Callao gekapert und die Besatzung als Geiseln genommen. Aber diesmal war es anders - die Fischer wollten nur die Auftriebskörper einer unserer in der Gegend herumtreibenden Sinkstofffallen-Arrays zurück bringen! Sie wären, so die Fischer, in ihren Netzen hängen geblieben. Die Kopfboje selbst mit den darunter angebrachten Arrays hatten wir schon vorher geborgen und waren erstaunt über die fehlenden Auftriebskörper.

Kopfboje und Auftriebskörper der Sedimentfalle.
Kopfboje und Auftriebskörper der Sedimentfalle.

Bisher hatte ich nur Sedimentfallen im Einsatz gesehen, die mittels einer Verankerung oder eines Landers am Meeresboden „geparkt“ wurden. Diese Fallen können natürlich nur an einem Messpunkt die zum Meeresboden sinkenden Sedimente sammeln. Die auf dieser Reise eingesetzten Sinkstofffallen-Arrays dagegen befinden sich unter einer an der Meeresoberfläche schwimmenden Kopfboje und bewegen sich entsprechend der Strömung mit der Wassermasse, in der sie ausgesetzt wurden. Die Kopfboje sendet dabei regelmäßig Positionsangaben, denn man will ja die Boje nach ein paar Tagen wiederfinden. Der Nachteil ist aber, dass jeder sie sehen kann. Durch ein angebrachtes Positionslicht auch nachts. Da die Fischer hier so ziemlich alle verfügbaren Plastikbehälter für ihre Treibnetze verwenden, kann man sich vorstellen was passiert, wenn sie auf hoher See solch ein Array finden. Das ist viel besser als alte Tonnen oder gar Wasserflaschen!

Einer der Probenbehälter der Sedimentfalle.
Einer der Probenbehälter der Sedimentfalle.

Vielleicht ist es aber tatsächlich so gewesen, wie es die Fischer uns glaubhaft machen wollten. In jedem Fall haben sie ein gutes Geschäft gemacht, denn sie sind jetzt stolze Besitzer neuer Gummistiefel und einiger anderer Ausrüstungsgegenstände. Nicht so gut verlief das Schicksal unseres zu Beginn der Reise ausgebrachten Arrays. Das Funksignal verlagerte sich nach einiger Zeit ungewöhnlich schnell und verschwand in einem Hafen nördlich von Callao. Ob wir diese Falle je wiedersehen werden, ist unklar. Vielleicht ist es doch keine all zu gute Idee, teures Equipment in einer mit Fischern überfüllten Küstengegend unbeaufsichtigt herumtreiben zu lassen.

 

CR

Peruanische Fischer zu Besuch an der Meteor.
Peruanische Fischer zu Besuch an der Meteor.