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Callao & Lima

20170601 - S 12° 02.598’ W 77° 08.736’ - Callao

Containerterminal im Hafen von Callao - die Meteor liegt wie verloren an seinem äußersten Ende.
Containerterminal im Hafen von Callao - die Meteor liegt wie verloren an seinem äußersten Ende.

Es ist nicht wirklich schön hier, im Hafen von Callao. Nichts klappt, alles ist weit entfernt, Landgänge sind mit langen Fahrtzeiten und hohen Kosten verbunden. Am Einlauftag sollten Leercontainer an der Pier stehen. Bevor das neue Equipment und der Proviant kommen, sollte alles wissenschaftliche Gerät der Reise M137 schon fertig verpackt sein. Nichts passierte, keine Container in Sicht, jedenfalls nicht unsere. Am Dienstag mussten wir dann die Pier wechseln, jetzt liegen wir am äußersten Ende des Containerterminals. Riesige Schiffe werden hier im Akkord be- und entladen, es ist laut, die Transporter und Ladebrücken geben ständig nervige Pieptöne von sich, auch nachts. 

Das Deck ist voll gestellt mit Equipment der Reise M137. Nichts geht mehr, warten auf den Zoll und immer auf Abruf.
Das Deck ist voll gestellt mit Equipment der Reise M137. Nichts geht mehr, warten auf den Zoll und immer auf Abruf.

Als wir am neuen Liegeplatz ankamen, war dieser voll gestellt mit allem Möglichen, nur nicht mit den erwarteten Containern. Die kamen dann noch einen Tag später, am Mittwoch, zwei Tage nach Einlaufen. Jetzt kann es endlich losgehen - dachten alle. Aber nein, der Zoll muss die Container noch abnehmen, Plomben lösen und Papiere prüfen. Als es endlich soweit war dauerte das gerade mal fünf Minuten. 

Da ist er endlich! Der Proviantcontainer!
Da ist er endlich! Der Proviantcontainer!

Gestern, am späten Nachmittag, ging es dann endlich los. M137 konnte verpackt werden, das Deck leerte sich. Der Container mit dem Proviant war auch mitgekommen und spätabends konnte auch dieser endlich gestaut werden. Wir haben bis weit nach Mitternacht gearbeitet, haben alles in Rekordzeit erledigt. Heute könnte nun auch das neue Equipment für M138 an Bord kommen, aber - man ahnt es schon - der Zoll hat den Container noch nicht gecheckt. Und so warten wir weiter. Unsere geplante Abfahrt heute morgen 09 Uhr wurde schon auf 16 Uhr verschoben. Aber das, so sieht es aus, werden wir wohl auch nicht schaffen. 

Im Hafen von Callao - man ist gelassen...
Im Hafen von Callao - man ist gelassen...

Ich selbst helfe immer beim Stauen des Proviants. Da wird jede Hand gebraucht, alles muss einzeln in die jeweiligen Stores an Bord verteilt werden. Da sich schon abzeichnete, dass am Einlauftag nichts passieren würde, nutzte ich die Gelegenheit für einen Ausflug nach Lima. Gegen Mittag waren die Einreiseformalitäten erledigt und wir fuhren zu viert ins Museum „Oro del Peru“, wo eine riesige Menge Gold- und Silberartefakte der präkolumbianischen Andenkulturen ausgestellt sind. Die Betonung liegt auf „riesig“! Es gibt unzählige Vitrinen mit jahrhundertealten Kunstwerken und außerdem eine Sammlung von etwa 20.000 Waffen aus aller Welt. Leider wird das alles nicht eben abwechslungsreich präsentiert, man kommt sich eher wie in der Asservatenkammer des Museums vor. Schade, denn das Museum hat einiges an Schätzen zu bieten.

Katehdrale von Lima.
Katehdrale von Lima.

Anschliessend besuchten wir die Kathedrale von Lima. Die Kirche beherbergt etliche kleine Kapellen. In der größten wird dem Gründer Limas Francisco Pizarro gehuldigt. Außerdem kann man in Teile der Katakomben hinunter steigen. Wir verbrachten eine ganze Weile in der Kathedrale und als wir wieder hinaus kamen, dämmerte es schon. Die Tage sind hier leider ziemlich kurz und so reichte es nur noch für einen schnellen Spaziergang durch die angrenzenden Straßen. Ein schönes Abendessen rundete den kurzen Ausflug ab und wir kehrten wieder zurück auf das Schiff.

In den Katakomben der Kathedrale von Lima.
In den Katakomben der Kathedrale von Lima.

Ich denke, Lima hat mehr als nur einen kurzen Nachmittag verdient. Leider ist man von Callao über eine Stunde unterwegs bis in das Zentrum der Hauptstadt. Zuviel Verkehr, ständig Staus und ein schlecht funktionierendes Nahverkehrssystem kosten viel Zeit und die hatten wir leider nicht. Hätte ich gewusst, dass wir am darauf folgenden Tag sinnlos auf die Container warten würden - vielleicht hätte ich mich dann erneut aufgemacht in die chaotische Millionenstadt am Rande der Anden. Und so bleibt wie so oft nur ein kleiner Eindruck übrig und die Idee, man könnte hier mal für länger verweilen.

 

CR

Polizei und Armee sind sehr präsent im Zentrum von Lima. Sogar gepanzerte Wasserwerfer sind am Platz vor dem Präsidentenpalast in Bereitschaft.
Polizei und Armee sind sehr präsent im Zentrum von Lima. Sogar gepanzerte Wasserwerfer sind am Platz vor dem Präsidentenpalast in Bereitschaft.