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Biogeochemisches Observatorium - BIGO

20170516 - S 12° 27.200’ W 77° 29.510’ - M137

Der BIGO-Lander wird ausgesetzt.
Der BIGO-Lander wird ausgesetzt.

Landersysteme werden werden in der Meeresforschung häufig für in situ Messungen verwendet. Ähnlich wie in der Raumfahrt werden die Messungen direkt vor Ort vorgenommen (in situ: am Ort). Dadurch werden die Messwerte nicht durch die Bergung der Proben verfälscht. Natürlich ist das ein fast unmögliches Unterfangen. Schliesslich bringt man riesige Geräte auf den Meeresboden, wirbelt die Umgebung auf. Aber man kann es versuchen und so haben unsere beiden Lander, BIGO genannt, einen Absetzrahmen, mit welchem sie möglichst vorsichtig, unterstützt durch ein Kamerasystem,  auf den Meeresgrund gebracht werden.

Absetzrahmen des BIGO Landers. Das Biogeochemische Labor ist am Meeresboden platziert.
Absetzrahmen des BIGO Landers. Das Biogeochemische Labor ist am Meeresboden platziert.

Der Rahmen kommt dann wieder an Bord und der Lander wartet einige Stunden, bis sich Lage am Meeresboden wieder „normalisiert“ hat. Erst nach dieser Wartezeit werden die Probenkammern, von denen der Lander zwei an Bord hat, langsam in das Sediment eingefahren und die Messungen beginnen. Außerdem werden verschiedene Wasserproben gesichert. Nach ein bis zwei Tagen klingt man die Bodengewichte über ein akustisches Signal aus, der Lander schwimmt auf und kann wieder eingesammelt werden.

Bereit zum Aussetzen!
Bereit zum Aussetzen!

Der Zeitrahmen für unsere Tagespläne wird bestimmt durch das Ausbringen und Bergen der beiden Lander. Da ja immer mehrere Forschungsgruppen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten an Bord sind ist es mitunter schwierig, das zu organisieren. Auch nautische Belange dürfen dabei nicht vergessen werden. Beispielsweise ist es notwendig, unsere beiden Rettungsboote regelmäßig zu testen. Dazu müssen sie ausgebracht und nachdem sie einige Male das Schiff umkreist haben wieder für den Notfall bereit gemacht werden. Während dieser Zeit darf natürlich kein Forschungsgerät im Einsatz sein. Das Wetter muss ebenfalls stimmen - bei zu viel Seegang bekommt man die Boote nämlich nicht mehr gefahrlos geborgen. Doch scheinbar klappt die Organisation perfekt, denn es gibt kaum Zeiträume, in denen nicht gearbeitet wird. Die Ausnahme wird wohl das Bergfest sein - das ist für morgen geplant und da will sicher niemand arbeiten.

 

CR

Das Rettungsboot der Meteor auf Probefahrt. Im Hintergrund schimmern die Ausläufer der Anden durch den Dunst.
Das Rettungsboot der Meteor auf Probefahrt. Im Hintergrund schimmern die Ausläufer der Anden durch den Dunst.